Es gibt ein weiteres Vorurteil über Burnout. Burnout bekommen nur Menschen, die berufstätig sind…. Hausfrauen, Schüler und Studenten bekommen kein Burnout, diese „Gruppe Mensch“ kann höchstens depressiv werden. Und wenn ich in meine Praxis dann Klienten kommen, die genau das vom Arzt gesagt bekommen haben, fängt ganz langsam mein Blutdruck an zu steigen. Wenn ich dieser „Gruppe Mensch“ dann meine Sicht der Dinge über diese Volkskrankheit erkläre, sind die meisten unendlich erleichtert. Menschen die ausbrennen sind fast immer so gestrickt, dass sie mit sehr hohem Engagement und Leistungswillen an die Dinge herangehen. Sie wollen ihre Sachen immer ganz besonders gut machen und erledigen ihre Dinge meistens selber, statt etwas anderen zu überlassen. Wenn sie die Dinge selber machen, dann wissen sie ganz einfach, das es richtig erledigt ist und genau so wie sie es wollen. Sie gehen mit so viel Begeisterung an die Sachen heran, dass sie gar nicht merken, wie sie immer mehr Raubbau mit ihren Kräften betreiben und auch komplett vergessen, dass sie auch mal Ruhe brauchen und Zeit für sich, damit sie Kraft tanken können. Diese „Gruppe Mensch“ fährt quasi auf der Autobahn permanent auf der Überholspur und vergisst komplett zu tanken. So „leistungswillig“ ticken aber nicht nur berufstätige Menschen, sondern auch Schüler, Studenten und Hausfrauen. Nehmen wir mal das Beispiel Hausfrau. Die alltäglichen Handgriffe, immer für alle bereit sein, einkaufen, kochen, Windel wechseln, Kind trösten, putzen….. Hausfrauen sind ständig gefordert, haben (vor allem wenn kleine Kinder im Haus sind) kaum Pausen, sind für alles verantwortlich, im Gegensatz zum Job hat man im Haushalt keine lang anhaltenden Ergebnisse. Kaum ist das Geschirr gewaschen, schwupp steht schon wieder neues da… für das ganze gibt es dann weder Gehalt, noch Anerkennung, noch Urlaub oder ein freies Wochenende. Hoher Leistungswille, kaum Anerkennung, keine Erholzeit und so ist ein BURNOUT vorprogrammiert.